Was Tourismus bewegt

Tourismus stiftet soziale, kulturelle und ökologische Werte. Wir zeigen, wo die Branche Bereiche stärkt, die es ohne sie so nicht geben würde

Schwäbisch Hall

Kleinstadt ganz groß

Die Kleinstadtperle Schwäbisch Hall scheint sich darauf zu verstehen, Kultur in Zusammenhang mit Kirchengebäuden zu bringen. In der Johanniterkirche werden keine Gottesdienste mehr veranstaltet, stattdessen gibt es dort seit 2008 „Alte Meister in der Sammlung Würth“ zu sehen. Eine deutlich längere Tradition haben die Freilichtspiele, die auf der Freitreppe von St. Michael stattfinden. Seit 1925 dient sie als Theaterbühne, mittlerweile gehört das Kulturevent fest zur Identität von Schwäbisch Hall. Der Marktplatz mit Baustilen von Romanik bis Rokoko bildet die Kulisse für die Inszenierungen, die zahlreiche Besucherinnen und Besucher anziehen. In der Jubiläumsspielzeit 2025 strömten rund 78.000 Menschen in die ehemalige Stauferstadt – fast doppelt so viele, wie sie Einwohnende hat. Hotellerie, Gastronomie und die vielen inhabergeführten Geschäfte freuen sich ebenfalls über das Interesse und sind dankbar, dass das „Neue Globe“
seit 2019 als zusätzliche Spielstätte auch Vorstellungen bei schlechtem Wetter ermöglicht.


Idyllische Atmosphäre: Schwäbisch Hall bietet Kultur im Abendrot

Zum Programm der Freilichtspiele 2026

Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Zum Wohle aller

Es ist ein Balanceakt, den es im Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu meistern gilt: Zum einen sind Menschen dazu eingeladen, diese über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft zu erleben. Zum anderen gilt es, den sensiblen Naturraum zu bewahren und das Besucherverhalten entsprechend zu steuern. Die Geschäftsstelle in Münsingen entwickelt mit touristischen Akteuren, Bildungspartnern, Landwirtinnen und Vertretern des ÖPNV Konzepte, die beiden Aufgaben gerecht werden. Dabei gibt es viele Gestaltungsfelder: Der öffentliche Nahverkehr wird gefördert und ist mit der Gästekarte „AlbCard“ kostenlos nutzbar. Rad- und Wanderwege werden ausgebaut und Besucherinnen und Besucher gezielt gelenkt, um sensible Bereiche zu schützen. Die Vermarktung regionaler Produkte, unter anderem durch den Schwäbische Alb Tourismusverband, stärkt lokale Wertschöpfungsketten und die gemeinsame Identität. Und Bildungsangebote für Gäste sensibilisieren für den Wert des Biosphärengebiets, ganz nach dem Motto: Man kann nur schützen, was man kennt.


Naturbeobachtungen gehören zum Angebot für Wandernde

Weitere Infos, wie das Biosphärengebiet Schwäbische Alb gestaltet wird, erhalten Sie hier.

Karlsruhe

Fächerstadt im Wandel

Es herrscht wieder Leben auf dem Marktplatz in Karlsruhe. Seiner historischen Bedeutung als Bürgerplatz –
einst geschaffen als Pendant zur Aristokratie des Schlosses – wurde er zuletzt aufgrund von strukturellen Veränderungen nicht mehr gerecht. Um ihn wieder in das „schlagende Herz“ der Stadt zu verwandeln, initiierte die KTG Karlsruhe Tourismus GmbH mit Partnern ein Erlebnisraumkonzept. Erstmals brachte sie ihre Expertise in ein Stadtentwicklungsprojekt ein. Dieses wurde im Sommer 2025 zwar offiziell abgeschlossen, doch die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Tourismus und City-Akteuren geht weiter. Die KTG nimmt die diversen Angebote, auch aus weiteren umgestalteten Quartieren, nun verstärkt in ihr Marketing auf. Alles mit dem Ziel, die Innenstadt weiter zu beleben. Ein neu entwickeltes Format, das den Marktplatz im Sommer bis in die Abendstunden in eine Chill-out-Area und Tanzfläche verwandelt, ist die „Lounge 76“. 2026 wird das Event unter anderem um eine Beach- und Weinedition erweitert. Mehr denn je gestaltet der Tourismus das Stadtleben mit.

Engagiert: Für die KTG gab’s den 3. Platz beim Innovationspreis Tourismus 2025

Mehr über das Projekt „City-Transformation in Karlsruhe“ erfahren.

© Freilichtspiele Schwäbisch Hall/Ufuk Arslan; Jürgen Weller, TMBW/Dietmar Denger (2), Juergen Roesner/Karlsruhe, Thomas B. Jones