© Bruno KelzerZusammenarbeit im Ausland
Die „Netzwerkveranstaltung Internationales Marketing“ liefert Denkanstöße. Einige Ideen wurden schon aufgegriffen
Quick Wins

Zusammenbringen:
Bei der Netzwerkveranstaltung geht es darum, den Austausch und die Zusammenarbeit der Partner zu stärken.
Vermitteln:
Einblicke in globale Trends, gezielt ausgesuchte Themenschwerpunkte: Die TMBW kommt ihrer Rolle als Wissensvermittlerin nach.
Begleiten:
Das Event bietet die Chance, Anliegen der Partner gezielt aufzugreifen und darüber hinaus im Dialog zu bleiben.
Die Idee zu diesem neuen Netzwerkformat entstand bei einem der Team Innovation Days, bei denen die Teams der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) neue Konzepte für ihre Arbeit entwickeln. Als diese Ideenschmiede 2021 erstmals eingeführt wurde, ploppte im Team Internationales Marketing die Idee für ein Vernetzungsevent auf, das seither zum Dauerbrenner avancierte. Die „Netzwerkveranstaltung Internationales Marketing“ ging in diesem Jahr bereits zum vierten Mal über die Bühne und war erneut ein Gewinn für die Teilnehmenden.
Gute Impulse finden Nachahmer
Die Netzwerkveranstaltung wurde ins Leben gerufen, da bisher viele touristische Partner im Land nicht wirklich voneinander wussten, wer in welchen Märkten oder überhaupt im internationalen Marketing aktiv ist.
Synergien wurden vorher kaum genutzt und der Bedarf an Austausch war riesig. Das verdeutlicht das durchweg positive Feedback auf die bisherigen Veranstaltungen, das Event hat einen Nerv getroffen. „Die Veranstaltung gewinnt jährlich an Bedeutung“, verrät Natalie Dietl, die bei der TMBW das Team Internationales Marketing leitet.
Was zuerst noch als Workshop-Format angedacht war, entwickelte sich schnell zur bedeutenden Wissensplattform. Bei jeder Ausgabe, die im Herbst in wechselnden Locations im Land stattfindet, entscheidet sich das Team rund um Natalie Dietl für einen Themenschwerpunkt, rückt ein bis zwei seiner Quellmärkte in den Fokus und lädt Fachleute ein, die neue Impulse liefern. Oftmals verleiht ein aktueller Anlass der „Netzwerkveranstaltung Internationales Marketing“ den thematischen Rahmen.
2024 richtete sich der Blick auf die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland, die unter anderem Stuttgart zu ihren Austragungsorten zählte. Bei der TMBW-Veranstaltung einige Monate nach dem Turnier standen die Märkte Dänemark und das Vereinigte Königreich im Fokus. Das dänische Team hatte sein EM-Quartier in Freudenstadt bezogen und lief ebenso im Stuttgarter Stadion auf wie die Schotten, deren euphorischen Fans sich rund um die Partie kaum jemand entziehen konnte. Die Übernachtungszahlen beider Märkte verzeichneten im Sommer deutliche Steigerungen und so hinterließen auch die Einblicke der TMBW in die Märkte Eindruck: Viele Partner zeigten anschließend ein verstärktes Interesse, was Kampagnen und sogar eine Studienreise aus dem Vereinigten Königreich nach sich zog.
Auch im Jahr zuvor konnte die Netzwerkveranstaltung ein entscheidendes Signal setzen. Die TMBW präsentierte die Ergebnisse der Neubewertung ihrer Quellmärkte, durch die sich neu sortierte, wie intensiv sie welchen Nationen ihre Aufmerksamkeit schenkt. Mit der Stuttgart-Marketing GmbH, der Baden-Baden Tourismus GmbH sowie der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH folgten anschließend gleich drei Partner dem Beispiel der Landestourismusorganisation und bewerteten ihre Märkte neu. „Die Ergebnisse waren für uns total interessant, weil sich durchaus zeigte, wie unterschiedlich die Schwerpunkte in der Marktbearbeitung liegen“, sagt Natalie Dietl. „So eine Neubewertung ist ein zentraler Wegweiser. Daher freuen wir uns, einen wichtigen Impuls gesetzt zu haben.“
Baden-Württemberg profitiert von Auslandsgästen
Ob es darum geht, Detailwissen zu vermitteln oder das Thema Internationales Marketing bei manchen Partnern überhaupt stärker zu positionieren: Die TMBW möchte mit ihrem Netzwerkformat eine Vielzahl an Teilnehmenden dort abholen, wo sie in ihren Bemühungen aktuell stehen. Denn Gäste aus dem Ausland sind und bleiben zentral für den Tourismus in Baden-Württemberg. Gut ein Fünftel der knapp 59 Millionen Übernachtungen im Jahr 2024 haben Reisende aus Ländern wie der Schweiz, Frankreich, den Benelux-Staaten oder den USA gebucht, um nur einige Herkunftsländer zu nennen – Tendenz steigend. Die TMBW wird ihren Partnern daher weiter unter die Arme greifen, damit diese ihr Auslandsmarketing bestmöglich gestalten können. Die „Netzwerkveranstaltung Internationales Marketing“ hat sich dabei als wichtiger Baustein etabliert.
Wie war’s? Die jüngste „Netzwerkveranstaltung Internationales Marketing“ fand im Oktober 2025 in Metzingen statt. Den Nachbericht mit Impressionen gibt es im Tourismusnetzwerk Baden-Württemberg.
Zum Nachbericht
3 Fragen an Natalie Dietl
Die Teamleiterin Internationales Marketing im Interview
Natalie Dietl ist seit 2019 bei der TMBW und leitet das Team Internationales Marketing. Sie betreut außerdem die Märkte USA und Spanien.
Natalie Dietl, warum sind Auslandsgäste so wichtig für den Tourismus in Baden-Württemberg?
Internationale Gäste tragen wesentlich zur Wertschöpfung bei und helfen, die Nachfrage über das Jahr zu stabilisieren. Die zahlreichen Herkunftsmärkte und damit einhergehenden unterschiedlichen Reisezeiträume machen den Tourismus widerstandsfähiger gegenüber konjunkturellen Schwankungen.
Nach mittlerweile vier Events: Wie verändert die „Netzwerkveranstaltung Internationales Marketing“ die Zusammenarbeit im Land?
Die Zusammenarbeit hat sich deutlich intensiviert. Kampagnen werden mittlerweile viel effizienter umgesetzt. Die Veranstaltung hat somit einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, Kooperationen im Land zu vertiefen und die gemeinsame Schlagkraft im Marketing zu erhöhen.
Welcher Moment eurer letzten Netzwerkveranstaltung im Herbst 2025 ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Der Einblick der belgischen Content-Creatorin Emma Verhaeghe zu internationalen Influencer-Kooperationen war sehr spannend. Die Dos and Don’ts und vielen Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit hatten einen großen Mehrwert für unsere Partner und auch ich habe einiges dazulernen können.